TRAVEL DIARY: ROTTERDAM

22. Oktober 2015

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Es war vermutlich ein Aprilscherz, dass die New York Times im vergangenem Jahr Rotterdam zu einem der Top-Ten-Reiseziele erklärt hat. Dieses Jahr hingegen hat es Europas größte Hafenstadt nicht mal unter die Top 50 geschafft. Nach 24 Stunden hatte ich die Hässlichkeit dieser Stadt in allen Facetten kennengelernt. Auch der alte Hafen mitten im Zentrum macht das Fett nicht weg.

Meine Erwartungen waren groß und wurden innerhalb weniger Stunden zerschmettert. Ich hatte mir Rotterdam anders ausgemalt und freute mich auf eine moderne Stadt mit architektonischen Besonderheiten. Ich erlitt allerdings nach meinem märchenhaften Aufenthalt in Gent und Brügge einen Kulturschock. Von einer schönen Stadt kann definitiv nicht die Rede sein. Auch nicht von einer pulsierenden Weltmetropole. Dass man Hollands zweitgrößte Stadt auch noch als „Manhatten von Niederlande“ betitelt, leuchtet mir mein besten Willen nicht ein – Hochhaus hin oder her.

Das Sightseeing-Programm ist eher überschaulich. Stolz ist man auf den Euromast (ebenfalls keine Augenweide). Ich habe ihn nach wenigen Minuten wieder verlassen, nachdem er für Kleinkinder lebensgefährlich ist. Die Vorstellung, dass Emilian in die Tiefe fallen könnte, haben meine Nerven einfach nicht ausgehalten. Also ging es zum nächsten Wahrzeichen der Stadt: Die Erasmus Brücke. Sachlich betrachtet: Westeuropas schwerste Klappbrücke mit einem 139 Meter, hohen, weißen, angewinkelten Pylon.

Deutlich spannender wurde es beim Betrachten der Kubushäuser. Auch Hässlich, dafür einzigartig. Für die Bewohner dürfte das Leben in den Würfeln gewöhnungsbedürftig sein: Alle Wände sind schief. Ausnahmslos alle. Dafür gibt es einen exklusiven Blick auf die bewohnbare Markthalle mit dem überdimensionalen Kunstwerk von Arno Coenen. Die Marktstände sind mit Köstlichkeiten bestückt und bieten auf ihren Terassen einen Panoramablick auf die schwebenden Fruchtbomben und das bunte Treiben zwischen den Gängen. Außerdem findet jeden Dienstag rund um die Metrostation Blaak ein Riesenmarkt statt: Essen, Kleidung, Antiquitäten und jeder erdenkliche Ramsch, den der Mensch nicht braucht. In Rotterdam ist das womöglich anders. Stil ist hier nämlich eher eine Seltenheit.

Auf was wir verzichtet habe, war die 75-minütige Hafenrundfahrt. Vielleicht ein anderes Mal, aber bestimmt nicht so bald.

Mein Fazit: Wenn ihr auf der Durchreise seid, macht einen kurzen Zwischenstopp. Das reicht allemal. Ein Weekend-Trip ist hingegen rausgeschmissenes Geld und schade um eure Zeit.

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